Cornelia Schön, BSc Ernährung, Therapie

Mangelernährung bei Krebs

Tumorerkrankungen, Strahlen- und Chemotherapie können Symptome wie Geschmacksveränderungen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust hervorrufen und in weiterer Folge zu einer mangelnden Kalorien- und Nährstoffversorgung führen.

Um eine Mangelernährung vorzubeugen, sollte eine ausreichende Kalorien- und Nährstoffzufuhr gewährleistet werden. Eine gezielte Ernährungstherapie kann die Lebensqualität und den Therapieerfolg verbessern.

Ernährungstipps:

  • Nehmen Sie kleine Mahlzeiten (5 bis 8-Mal) über den Tag verteilt zu sich. Essen Sie immer dann, wenn es Ihnen möglich erscheint, vor allem, wenn die Therapienebenwirkungen geringer sind.
  • Planen Sie häufig Zwischenmahlzeiten ein, z.B. Joghurts, Mehlspeisen, Müsliriegel, Obst, Brot mit Belag.
  • Geeignete Naschereien für zwischendurch: Pudding, Milchshakes, Joghurts, Topfencremen, Nüsse, Trockenfrüchte.

Eiweiß ist ein wesentlicher Baustoff für den Erhalt der Muskelmasse und für den Zellaufbau!

  • Essen Sie täglich eiweißreiche Lebensmittel. Dazu zählen:
    • Milchprodukte: Milch, Topfen, Joghurt, Käse, Buttermilch, Sauermilch
    • Fisch
    • Fleisch und Fleischwaren: Wurst, Schinken, Pasteten etc.
    • Eier (Legieren von Suppen, in Aufläufen, Palatschinken, Knödel, Eiernockerl, Spinat mit Kartoffeln und Ei, geröstete Knödel mit Ei, Omelette, Eierspeis oder öfter ein Frühstücksei,…)
    • Hülsenfrüchte: Erbsen, Bohnen, Linsen, Sojabohne, Kichererbsen und daraus hergestellte Lebensmittel wie Tofu, Sojamilch etc.

Fett ist ein Hauptenergielieferant und eignet sich hervorragend zur Energieanreicherung!

  • Verfeinern Sie Ihre Beilagen, Gemüse und Salate mit hochwertigen Pflanzenölen (Rapsöl, Olivenöl, Kürbiskernöl, Leinöl etc.)
  • Geben Sie Butter, Schlagobers, Creme fraîche oder Sauerrahm in Cremesuppen, Saucen und Desserts.
  • Bevorzugen Sie Cremesuppen oder werten Sie Ihr Menü mit einer schmackhaften Bechamelsauce auf.
  • Als Brotbelag eignen sich fettere Wurstsorten (Extrawurst, Kantwurst, Wiener, Salami, …) oder Käse mit mind. 45% Fett in der Trockenmasse.
  • Auch vegetarische Aufstriche (Kürbiskernaufstrich, Avocadoaufstrich, Kichererbsenaufstrich, etc.), Streichkäse, Frischkäse, Topfenaufstriche, Streichwurst können für Abwechslung sorgen.
  • Kaufen Sie bei Milchprodukten bewusst keine fettarmen Produkte.
  • Getreidebreie können zusätzlich mit Honig, geriebenen Nüssen und etwas Obers kalorisch angereichert werden.
  • Garnieren Sie Nachspeisen wie Pudding, Mus, Cremen, Kompotte, Mehlspeisen mit geschlagenem Obers.
  • Fettreiche Fischsorten (Hering, Lachs, Makrele, Sardinen, Sardellen, Karpfen, Fischkonserven in Öl) sind, aufgrund Ihrer hochwertigen Fettsäuren, die sie liefern, sehr empfehlenswert und können zwei Mal pro Woche am Speiseplan stehen.

Versuchen Sie bei Ihrer Lebensmittelauswahl auf Ihre individuellen Unverträglichkeiten Rücksicht zu nehmen!

Falls der Energie- und Nährstoffbedarf nicht durch normale Ernährung gedeckt werden kann, kann ein Einsatz von Trinknahrungen und/oder Supplementen hilfreich sein. Trinknahrungen können in verschiedenen Geschmacksrichtungen als Zwischenmahlzeit getrunken oder in Hauptspeisen oder Desserts eingerührt gegessen werden. Der Verzehr ist kalt und warm möglich. Sie können auch eingefroren als Eis konsumiert werden. Nach dem Öffnen sind Trinknahrungen gekühlt 24 Stunden haltbar.

Für eine gezielte Beratung wenden Sie sich an eine Diätologin – bei der Onkologischen Rehabilitation im Lebens.Med Zentrum Bad Erlach ist die Ernährungsberatung Teil des umfassenden Rehabilitationsprogrammes.

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