Großes Interesse am Thema Frau & Krebs

Wie relevant das Thema „Frau & Krebs. Die Tumorerkrankungen der Frau im onkologischen Gesamtkonzept“ ist, zeigte sich beim zweitägigen 4. LEBENS.MEDizinischen Kongress im Lebens.Med Zentrum Bad Erlach. Bis auf den letzten Platz war an beiden Tagen der Vortragssaal gefüllt und die Teilnehmer vom vielfältigen Programm durchgehend begeistert: „Der LEBENS.MEDizinische Kongress ist für uns eine wichtige Fortbildungsveranstaltung geworden, auf die wir nicht mehr verzichten möchten.“
Am 07. Juni 2018 richteten sich die Vorträge an Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, am Tag darauf wurde ein DFP-approbiertes Programm für Ärzte geboten. Den Einstieg an beiden Tagen machte der Ärztliche Leiter der Onkologischen Rehabilitation im Lebens.Med Zentrum Bad Erlach, Prim. Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger. Er sprach über die Rolle und den aktuellen Stellenwert der Onkologischen Rehabilitation: „Es handelt sich um ein hochwirksames Verfahren, durch das Folgen der Erkrankung und ihrer Behandlung deutlich verbessert werden können. Neue Studien weisen darüber hinaus darauf hin, dass es bei einigen Erkrankungen, wie Brust- oder Darmkrebs, auch einen Anti-Tumoreffekt gibt.“ Er thematisierte aber auch die Herausforderungen in der Gesprächsführung mit den Patienten und deren Angehörigen und gab den Zuhörern viele Lösungsansätze mit auf den Weg.
Zwei wesentliche Themen, die bei der Krebserkrankung der Frau und in weiterer Folge auch bei der Rehabilitation eine große Rolle spielen, wurden von der stellvertretenden ärztlichen Leiterin der Onkologischen Rehabilitation im Lebens.Med Zentrum Bad Erlach, Priv.-Doz. Dr. Marlene Troch, an den beiden Kongresstagen beleuchtet: Bewegung und Fatigue.
Ein besonderer Gast, der das Programm ebenso an beiden Tagen bereicherte, war Dr. Michael Zellner, der Chefarzt der Abteilung Urologie/Neuro-Urologie im Johannesbad (Fachklinik Bad Füssing, Deutschland). Er gab einen Einblick in das Thema „Beckenbodentraining bei Frauen nach Krebs“ und teilte dabei viele Erfahrungen aus seiner Praxis: „Es gibt noch mangelhafte Kenntnisse über Harninkontinenz und verfügbare Therapien – fest steht, dass ein multimodales Konzept zielführend ist, das ohne qualifizierte Physiotherapeuten nicht möglich ist.“
Auch das Thema Sexualität und Krebs fand an beiden Tagen Platz im Programm und wurde von der Sexologin und Sexualtherapeutin Ass.-Prof. Dr. Daniela Dörfler (AKH Wien) und Ass. Prof. Priv.-Doz. Dr. Daniela Ulrich (Med. Universität Graz) eindrucksvoll betrachtet: „Bei der Sexualberatung der Patientinnen müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, unter anderem auch, wie das Sexualleben vor der Erkrankung war.“
Viele praxisbezogene Eindrücke aus dem Alltag standen am Donnerstag im Mittelpunkt der Vorträge der Breast Care Nurses DGKP Ingeborg Brandl (AKH Wien) und DGKP Angelika Hajdinyak (LKH-Univ. Klinikum Graz) sowie der Schmerzexpertin DGKP Svetlana Geyrhofer, BA. Sie gingen auf die Körperbildveränderung bei Brustkrebs, Narbenpflege und die Rolle der Pflege im holistischen Ansatz ein.

Patientin berichtet: "Leben mit metastasiertem Brustkrebs"

Den krönenden Abschluss gab es an diesem Tag beim Talk zum Thema „Leben mit metastasiertem Brustkrebs“. Unter der Moderation von Pflegedienstleiter des Lebens.Med Zentrums Bad Erlach Jürgen Friedl, MSc waren alle Anwesenden eingeladen, Fragen an die Krebspatientin, Bloggerin/Autorin Mag. Claudia Altmann-Pospischek zu richten. Dabei schilderte sie sehr persönlich und eindrucksvoll: „Der Krebs ist mein Beifahrer, aber ich lasse mir von ihm nicht ins Steuer greifen.“ Zudem unterstrich sie die Bedeutung der Onkologischen Rehabilitation: „Ich wünsche mir, dass jeder nach der Haupttherapie von dieser Möglichkeit erfährt und diese auch nutzen kann.“
Mit Univ.-Prof. Dr. Sabine Sator-Katzenschlager (AKH Wien), Assoz.-Prof. PD Dr. Rupert Bartsch, Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Michlits (Plastische Chirurgie, Landesklinikum Wiener Neustadt) und Oberarzt Dr. Werner Kwasny (Leiter des Brustgesundheitszentrums NÖ Süd, Landesklinikum Wiener Neustadt) hatte das Lebens.Med Zentrum Bad Erlach am Freitag noch weitere besondere Fachexperten zu Gast, die die Themen Tumorschmerztherapie, aktuelle Entwicklungen in der medikamentösen Therapie sowie Möglichkeiten und Grenzen in der Brustchirurgie beleuchteten.
Die Veranstalter des 4. LEBENS.MEDizinischen Kongresses Prim. Univ.-Prof. Dr. Alexander Gaiger und DGKP Jürgen Friedl, MSc zeigten sich beeindruckt von dem großen Interesse und den regen Austausch an den beiden Tagen: „Wir freuen uns, dass wir hier im Lebens.Med Zentrum Bad Erlach diese interessante Fortbildungsveranstaltung etablieren konnten und diese auch den entsprechenden Anklang findet. Uns ist es gelungen, dass das Lebens.Med Zentrum Bad Erlach als Gesundheitszentrum, das Onkologische Rehabilitation nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen anbietet, aber auch als Ort für Wissensaustausch und Vernetzung wahrgenommen wird.“